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Vitamine
Die Erforschung der Vitamine verzeichnet in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts große Erfolge. Es gelang, die Struktur
aller bis heute bekannten Vitamine (Vitamin A, D, E, K, B1, B2, B6, B12,
Niacin, Folsäure, Pantothensäure, Biotin und Vitamin C) aufzudecken
und auch Ihre Funktionen wurden besser erforscht. Der Begriff "Vitamin"
stammt ebenso aus diesem Zeitraum und fand erstmals im Jahre 1911 durch
Kasimir Funk Verwendung. In der seither verstrichenen Zeit gab es immer
wieder Modifikationen der Definition von Vitaminen, die durch neuere Forschungsergebnisse
erforderlich wurden. Heute versteht man unter diesem Begriff Substanzen,
die bestimmte Funktionen im Körper einnehmen, aber nicht zu den Bauelementen
der Zellen und Organe gehören wie etwa die Kohlenhydrate, Fette und
Eiweiße. Außerdem liefern die Vitamine dem Körper keine
Energie und zählen in der Ernährungswissenschaft daher zu den
Wirkstoffen (im Gegensatz zu den energieliefernden Nährstoffen).
Trotz der einheitlichen Bezeichnung Vitamine, gehören diese Stoffe
weder in eine gemeinsame chemische Gruppe, noch ähneln sie sich in
ihren Funktionen. Im Gegenteil, so unterschiedlich, wie sie aufgebaut
sind, so vielfältig sind auch ihre Funktionen. Gemeinsam haben sie
allerdings die Essentialität für den Körper, das heißt,
sie sind lebensnotwendig und können vom menschlichen Organismus nicht
selber produziert werden. Einzige Ausnahmen davon sind Vitamin D und Niacin,
aber auch nur zum Teil. Vitamin D kann der Körper in einer gewissen
Menge in der Haut selber herstellen, sofern ausreichend Sonnenlicht und
die dafür notwendigen Ausgangssubstanzen (Cholesterin) vorhanden
sind. Niacin kann aus einer Aminosäure synthetisiert werden, die
jedoch ebenfalls essentiell ist. Alle anderen Vitamine muss der Körper
komplett aus der täglichen Nahrung bekommen, da der Körper zudem
für die meisten Vitamine keine langfristigen Speichermöglichkeiten
besitzt. Die Ausnahme in diesem Fall bildet Vitamin B12, das der Körper
über mehrere Jahre hinweg speichern kann. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit
ist es möglich, die Vitamine in zwei Gruppen einzuteilen. Entscheidend
für die Zugehörigkeit zu einer dieser beiden Gruppen ist die
Löslichkeit der Vitamine. Es gibt wasserlösliche und fettlösliche
Vitamine, die sich dadurch auch in ihrem Resorptionsweg im Körper
unterscheiden. Die Gruppe der wasserlöslichen Vitamine besteht aus
den Vitaminen B1, B2, B6, B12, Folsäure, Niacin, Pantothensäure,
Biotin und Vitamin C. Zur Gruppe der fettlöslichen Vitaminen gehören
die Vitamine A, D, E und K. Eine Resorption durch den Körper kann
nur erfolgen, wenn neben den fettlösliche Vitaminen auch Fett vorhanden
ist. Daher kommt die Empfehlung, zum Beispiel einem Glas Karottensaft
auch ein wenig Öl zuzusetzen, um die Resorption des in den Karotten
vorhandenen Carotins zu verbessern. Carotin gehört zu den so genannten
Provitaminen. Das sind Vorstufen der eigentlichen Vitamine, die der Körper
in die wirksamen Vitaminformen umwandeln kann. So tragen die Provitamine
einen erheblichen Teil zur täglichen Vitaminversorgung bei.
Ein entscheidender Punkt für die tägliche Vitaminversorgung
ist die Empfindlichkeit der Vitamine gegenüber äußeren
Einflüssen. Auswirkungen auf die Beständigkeit haben Sauerstoff,
Tageslicht, UV-Licht, Hitze und ob die Vitamine in einer sauren oder alkalischen
Lösung vorliegen. Zum Beispiel beeinträchtigt UV-Licht alle
Vitamine außer Niacin und Pantothensäure. Das führt dazu,
dass Kochverluste den Vitamingehalt der Lebensmittel um bis zu 90 Prozent
reduzieren können, verglichen mit der frischen Ware.
Vitamine haben die Eigenschaft, sich in ihren Wirkungen zu verstärken,
wenn sie in bestimmten Kombinationen vorhanden sind. Das nennt man einen
synergistischen Effekt, der zum Beispiel zwischen den Vitaminen E und
Folsäure vorhanden ist.
Die Nomenklatur der Vitamine ist sehr uneinheitlich. In manchen Fällen
unterscheidet ein Zahlenindex verschiedene Vitamine, zum Beispiel die
B-Vitamine, an anderer Stelle sind mit den Zahlen aber nur unterschiedliche
Formen des gleichen Vitamins gemeint, zum Beispiel K1, K2, K3. Außerdem
gibt es für ein Vitamin meist mehrere Bezeichnungen, die zum Einsatz
kommen können. Aus diesem Grund zeigt die folgende Tabelle welche
Vitamine unter welcher Bezeichnung auftreten können.
| Vitamin |
Andere
Bezeichnung |
| Vitamin A |
Retinol, Retinal |
| Vitamin D |
Ergocalciferol, Cholecalciferol |
| Vitamin E |
alpha-, beta-, gamma-Tocopherol |
| Vitamin K |
Phyllochinon, Menachinon |
| Vitamin B1 |
Thiamin |
| Vitamin B2 |
Riboflavin |
| Vitamin B6 |
Pyridoxin |
| Vitamin B12 |
Cobalamin |
| Folsäure |
- |
| Niacin |
Nicotinsäure, Nicotinamid |
| Pantothensäure |
- |
| Biotin |
- |
| Vitamin C |
Ascorbinsäure |
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